Fakt ist: Unsere Arbeitskultur ist überwiegend männlich geprägt. Das zeigt sich an Führungs- und Kommunikationsverhalten, an arbeitsplatzspezifischen Gewohnheiten und Ritualen und vor allem in Deutschland leider auch am so genannten Gender-Pay-Gap. Die so genannte „Feminisierung“ des Arbeitsmarkts verläuft gerade in Deutschland immer noch viel schleppender, als es das 21. Jahrhundert vermuten lässt. Im europäischen Vergleich steht Deutschland auf den hinteren Plätzen wenn es um Frauen in Führungspositionen geht oder gleiche Gehälter für gleiche Arbeit. Eine leidige Auseinandersetzung, auf die vor allem junge Frauen meist keine Lust haben – und dabei ist sie so wichtig!

Unflexible Karrieremodelle

Frauen erfahren in der Schule, in der Ausbildung und im Studium in der Regel absolute Gleichberechtigung. Sie werden gefördert und gefordert, gestärkt und unterstützt – ihnen steht die Welt offen. In den ersten Jahren der Berufslaufbahn werden sie inzwischen mancherorts sogar gegenüber ihren männlichen Kollegen bevorzugt. Und dann passiert das Unfassbare: Sobald das Thema „Kinder“ ins Spiel kommt bzw. altersgemäß kommen könnte (!) dreht sich der Wind. Unflexible Karrieremodelle führen dazu, dass – auch hochqualifizierte Frauen – einfach geparkt werden und oft bleiben. Die wenigsten Unternehmen ermöglichen Führungspositionen in Teilzeit oder den Wiedereinstieg in verantwortliche Positionen nach der Babypause. Strikte Arbeitszeiten, feste Arbeitsorte und starre Karrierelaufbahnen verbannen Mütter auf die Auswechselbank. Es scheint schier unglaublich, dass die Potenziale qualifizierter Frauen in Zeiten des Fachkräftemangels einfach nicht abgerufen werden.

Männerdomänen

Ein weiteres Thema sind die so genannten Männerdomänen – und hier sind wir wieder beim Thema Kultur. Ingenieurinnen, Physikerinnen, Polizistinnen, oder Mitarbeiterinnen im Agrarbereich sind einfach in der geschlechtlichen Minderheit. Das ist Fakt und daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Quoten hin und Quoten her.

Meist sind das gestandene Frauen, die nicht auf den Mund gefallen sind. Die wissen, „ihren Mann zu stehen“, die über chauvinistische Bemerkungen lachen, ihre männlichen Kollegen leistungsmäßig weit abhängen und die sich durchsetzen können.

Das nervt. Es nervt, durch Produktionsstätten zu laufen und Playboy-Poster zu sehen. Es nervt, wenn der Vorstand nach einem Vortrag einer Ingenieurin sagt „das war sexy“. Es nervt, dass der Landwirt an der Theke fragt, wo denn die männlichen Kollegen seien. Es nervt, dass die Frauen das Gefühl haben, durch besondere Leistung bestechen zu müssen. Es nervt, dass die Teamrunde mit „Guten Morgen, meine Herren“ angefangen wird.

Das sind keine Lappalien und das sind bei Weitem keine Einzelfälle. Das ist die Realität in deutschen Unternehmen, die ich aus vielen Erfahrungsberichten von Frauen in meiner Arbeit und in meinem Umfeld kennenlernen durfte. Teilweise amüsant. Im Grunde genommen aber einfach ätzend.

Workshops von Frauen für Frauen

Diese Themen gehören auf den Tisch. Und deshalb investieren weitsichtige Unternehmen in Workshops von Frauen für Frauen. Dabei geht es nicht um Emanzipation oder Sonderbehandlungen. Das sind Themen, mit denen sich gerade die jüngeren Frauen überhaupt nicht identifizieren. Es geht darum, einen Raum zu schaffen, in dem diese Geschichten und Erfahrungen besprechbar gemacht werden. Dieser Erfahrungsaustausch ist wichtig, reinigend und befeuernd zugleich. Die Frauen werden darin bestärkt, unangenehme Situation weder wegzulachen, noch zu persönlich zu nehmen. Sie lernen, sich in einer männlich geprägten Arbeitskultur kompetent und reflektiert zu verhalten.

KAOS Coaching & Development entwickelt für Ihr Unternehmen passende Workshops, um die Potenziale Ihrer weiblichen Mitarbeiter und Führungskräfte freizusetzen.