Digitalisierung und Globalisierung sind eng miteinander verbunden. Das Internet vernetzt die Welt. Mit online Plattformen lassen sich Produkte weltweit vertreiben. Soziale Plattformen wie Facebook, Twitter oder Xing verbinden Menschen virtuell miteinander – räumliche Distanzen werden dabei schier bedeutungslos. Die Zeiten kostspieliger Ferngespräche über Telefon sind längst vorbei –  die Freunde am anderen Ende der Welt werden einfach über Skype oder WhatsApp angerufen. Und Fliegen ist im Zeitalter von Billigairlines nicht mehr nur den Reichen und Schönen vorbehalten, sondern bei vielen Menschen ein fester Bestandteil der Urlaubsplanung. So wächst die Welt zusammen. Internationale Krisen, Militärputschs oder skandalöse Reden erfahren wir nicht mehr am nächsten Tag aus der Zeitung, sondern durch Live-Mitschnitte in Echtzeit, die Beteiligte über soziale Medien verbreiten. Die Welt verändert sich massiv.

interkulturelle Kompetenz

Es gehört zur Tagesordnung, dass deutsche Autos auf sämtlichen Kontinenten produziert werden, dass der Geschäftsreisende nicht mehr nur von München nach Düsseldorf fliegt, sondern auch nach London, Peking oder Detroit – und zwar mehrmals im Monat. Und in vielen Abteilungen deutscher Unternehmen ist Englisch heute die erste Arbeitssprache. Die junge Generation ist in einer Zeit ohne europäische Binnengrenzen aufgewachsen. EU-Bürger dürfen sich ihren Wohn- und Arbeitsplatz frei wählen, ihre Renten in Paris, Warschau oder Kopenhagen einzahlen.  Da können sich politische Strömungen noch so sehr abschotten wollen – der Zug ist abgefahren. Die Globalisierung ist da. Längst. Gesellschaften – und damit auch Unternehmen – werden immer bunter.

Wesentlicher Bestandteil der neuen Arbeitswelt ist interkulturelle Kompetenz. Diese geht weit über bloße Sprachkenntnisse hinaus. Gefragt sind Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis, Respekt und Wertschätzung für andere Perspektiven. Was das bedeutet, durfte ich im Übrigen selbst erleben, als ich mehrere Jahre im Ausland lebte und arbeitete. Und auch wenn es „nur“ das europäische Ausland war – wer eine zeitlang tief in einer anderen Kultur lebt, versteht plötzlich, was kulturelle Prägung bedeutet.

KAOS Coaching & Development begleitet Unternehmen, ihre Mitarbeiter und Teams dabei, interkulturelle Kompetenzen in der Organisation zu verankern. Das funktioniert durch interkulturelle Trainings, Coachings und Teamentwicklungen. Eine wirklich nachhaltige Verankerung wird dann erreicht, wenn die Offenheit für unterschiedliche Kulturen und der kompetente Umgang mit ihnen, Teil der Unternehmenskultur wird.

Flüchtlinge im Arbeitsmarkt

Internationale Krisen und Kriege haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass eine große Zahl an Menschen nach Europa geflüchtet sind. Das hat die deutsche Gesellschaft gerüttelt und geschüttelt, es gibt Gegner und Befürworter, Neider und Gönner, Unterstützer und Blockierer. Fakt ist: Die Menschen sind da. Und Fakt ist: Sie sind in einem Land angekommen, das mit einem demographischen Wandel und einem Fachkräftemangel konfrontiert ist, der in Zukunft noch verschärft wird.

Weitsichtige und pragmatische Unternehmen sehen nun die Chance, Zuwanderer zu beschäftigen. Das ist leider sehr viel schwieriger als man denkt:

Die Gesetzeslage ist weiterhin fatal. Zwar dürfen Menschen mit Asylstatus inzwischen endlich einer Arbeit nachgehen (eine Initiative, die übrigens seit den Flüchtlingsströmen der Jugoslawienkriege in den 90er Jahren diskutiert und auf europäischer Ebene vor allem auch durch die deutschen Bundesregierungen blockiert wurde). Die Mühlen arbeiten jedoch langsam. Und so dauert es teilweise Jahre, bis Geflüchtete einen Aufenthaltstitel bekommen. Falls diese nur kurzfristig ausgestellt werden, ist es natürlich schwierig, damit eine Anstellung zu erhalten. Unternehmen sind nicht daran interessiert, Menschen anzulernen, die dann sechs Monaten später wieder abgeschoben werden. Ein Teufelskreis. 

Dennoch gibt es bereits Erfahrungen, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Darunter sind viele ermutigende Erfolgsgeschichten und leider auch nervtötende Negativbeispiele zu finden. Die Arbeitnehmer selbst sind dabei natürlich ein entscheidender Faktor – und das hat nichts mit der Herkunft zu tun. Wer nicht passt, der passt nicht – egal wo er geboren wurde. Die Erfolgsgeschichten passieren aber genau in den Unternehmen, die sich gezielt und gemeinsam auf die Situation einstellen. Da gibt es ganze Betriebe, die dem zugewanderten Auszubildenden abwechselnd bei den Hausaufgaben helfen. Da gibt es Mentorenprogramme, um Ansprechpartner und Unterstützung an die Seite zu stellen. Und auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die völlig überfordert sind. Da entsteht Neid und Missgunst, weil die Migranten zusätzliche Kurse spendiert bekommen, mehr Zeit von den Vorgesetzten in Anspruch nehmen oder für weniger Erfahrung den gleichen Lohn erhalten. Dann wird es brenzlig.

Integration ist eine Frage der Kultur. Nötig sind interkulturelle Trainings, welche die Mitarbeiter – und zwar die alteingesessenen und die neu zugewanderten! – auf die Situation vorbereiten und für die gemeinsame Herausforderung stärken.

KAOS Coaching & Development arbeitet deshalb mit dem gemeinnützigen Unternehmen BrückenBauen zusammen. Wir bilden engagierte Flüchtlinge zu Kulturmoderatoren aus. Diese können dann als Co-Trainer in unseren interkulturellen Trainings für Unternehmen agieren. mehr…