Die Entwicklung von Unternehmen verläuft zyklisch – und kann in verschiedene Phasen unterteilt werden, in denen verschiedene Herausforderungen an das Unternehmen und seine Mitarbeiter gestellt werden:

1. Aufbruchsphase

Euphorie und hohe Leistungsbereitschaft kennzeichnen die Aufbruchsphase. Zusammenarbeit und interne Kommunikation sind locker und informell gestaltet, die Atmosphäre ist familiär. In der Regel gibt es keine Hierarchien und die Entscheidungen werden kollegial und zumeist im Konsens getroffen. Die Gruppe entwickelt sich hier zu einem Team. Die Herausforderungen bestehen insbesondere darin, die Identität des Unternehmens zu entwickeln, eine klare Vision und Ziele festzulegen und darauf aufbauend die Zusammenarbeit zu organisieren und sich in der Umwelt zu positionieren.

 2. Revisionsphase

In der Revisionsphase ist die Anfangseuphorie abgeklungen und das Unternehmen wird vor erste ernsthafte interne und externe Herausforderungen gestellt. Äußere Faktoren können darin bestehen, dass die Finanzierung ausläuft, der Markt sich ändert oder der Business Plan nicht so umgesetzt werden kann wie ursprünglich geplant. Intern können Schwierigkeiten bestehen im Umgang mit dem Druck von außen, in der Zusammenarbeit im Team, der Verteilung der Rollen, der Risikobereitschaft oder unterschiedlicher Motivation der Mitarbeiter. Hier geht es gezielt darum, mit möglichen Misserfolgen umzugehen, die Unternehmensidentität und den Business Plan zu überprüfen und auf realistische Umsetzbarkeit zu überprüfen sowie die Zusammenarbeit des Teams und das Commitment der Mitarbeiter zu sichern.

3. Etablierungsphase

In der Etablierungsphase hat man erste wichtige Entscheidungen getroffen, gewisse Routinen werden etabliert und die Zusammenarbeit im Team geklärt. Erste Projekte werden erfolgreich abgeschlossen. In dieser Phase werden die Grundlagen für die künftige Zusammenarbeit gelegt, Ziele und Kommunikationsregeln werden vereinbart. Oft tritt mit dieser Phase eine gewisse Ernüchterung darüber ein, dass ursprüngliche Vorstellungen und Ziele nicht tragfähig oder umsetzbar waren. In der Zusammenarbeit besteht die Gefahr, dass das Gefühl entsteht „zu kurz gekommen“ zu sein. Auf Organisationebene werden die gemeinsame Vision und die künftige Strategie bestätigt. Die Identität des Unternehmens wird zu einem tragfähigen Fundament ausgebaut.

4. Leistungsphase

In der Leistungsphase geht das Unternehmen zum Tagesgeschäft über. Die etablierten Routinen kommen zum tragen, es besteht Einigung darüber, wie die Bereiche Kommunikation, Zusammenarbeit, Leadership und Umwelt ausgestaltet sind. Die Rollenverteilung ist klar. In dieser Phase geht es darum, die Motivation der Mitarbeiter im Tagesgeschäft aufrecht zu erhalten, kooperative und transparente Kommunikation beizubehalten und vor allem: wandlungsfähig zu bleiben. Die Konzentration liegt ganz klar auf der Umsetzung der Strategie und der Erreichung der Ziele.

5. Neuorientierungsphase

In der heutigen dynamischen Zeit müssen sich erfolgreiche Unternehmen immer wieder neu auszurichten. Dies kann einerseits Wachstum bedeuten, andererseits auch die Erschließung neuer Märkte oder Geschäftsfelder. Strategischer Change geht mit strukturellen Veränderungen einher. In dieser Phase ist es wichtig, eine Bilanz über die bisher erzielten Erfolge zu ziehen: Was lief gut? Worauf wollen wir weiter aufbauen? Die Herausforderung besteht darin, auf den bisherigen Erfolgen aufzubauen, gut funktionierende Strukturen und Routinen beizubehalten bzw. weiterzuentwickeln und auf dieser Grundlage einen neuen Weg in die Zukunft zu bereiten.